Zur Geschichte des LSW

Anfang der siebziger Jahre veranstaltete er mit Sportfreunden in einer kleine Halle bereits einen hallenspezifischen "Zehnkampf" (!), der allen Beteiligten viel Freude bereitet hatte.

Einige Jahre später schrieb er auch in kleinen Hallen Mehrkämpfe aus und zwar Dreikampf (35m – Standweit – Kugel) und Fünfkampf (35m – Standweit – Kugel – Hoch – 35m Hürden).

Mitte der siebziger Jahren veranstaltete Erwin Kollmar, der immer schon einen stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn hatte, auch Relativwerfertage mit den Wettbe-werben Kugelstoßen und Diskuswerfen. Hierbei wurde nicht nur die erzielte Leistung berücksichtigt, sondern auch noch das Körpergewicht und die Körpergröße des Athleten. Die einfache Kollmar’sche Formel zur Relativ Athletik lautete hierbei wie folgt :

Erzielte Leistung  x 100 Kg x 200 cm = Relativmeter (RM)
Körpergewicht  x  Körpergröße

Praktisches Beispiel Kugelstoßen :
Athlet A ist 75 Kg schwer, 1,75m groß und stößt die Kugel 12,00m weit.
Formel 12,00m x 100 Kg  x 200cm = 18,28 RM (Relativmeter) 75,0 Kg x 175cm

Ab etwa diesem Zeitpunkt veranstaltete er auch in Herborn die beliebten "Herrenwerfertage" für Jugend-, Männer- und Seniorenklassen mit den Wettbewerben Kugelstoßen, Diskuswerfen, Steinstoßen und Schleuderballwerfen. Daraus resultierte der "Herrenwerfervierkampf" (nach Kollmar) : Leichtathletischer Werferzweikampf (Kugel/Diskus) und "Deutscher" turnerischer Werferzweikampf (nach Kollmar) (Stein/Schleuderball – Steinstoßweite X 6,6 + Schleuderballwurf-weite). Bis zu 150 Teilnehmer beteiligten sich damals an diesen Werferspektakeln, für Werfertage ein ausgezeichnetes Ergebnis. Dieser Herrenwerfertag war quasi eine "RTL" Symbiose, denn hier wurden Wettbewerbe aus den Bereichen Rasenkraftsport (Steinstoßen), Turnen (Schleuderball), und Leichtathletik (Kugel, Diskus) eigentlich glücklich verbunden.

Seit 1986 erscheint auch die Senioren Leichtathletik Zeitung LSW (Laufen – Springen – Werfen) dessen Herausgeber Erwin Kollmar ist. Dank seiner Kreativität (man nennt ihn auch "El Kreativo" – E.K. für Erwin Kollmar) ging es danach Schlag auf Schlag weiter.

1988 wurde seine eigentlich größte Errungenschaft in Mühlheim/Main in die Tat umgesetzt : der LSW Werferzehnkampf. Bis zu 120 Athleten gingen hierbei an den Start dieses größten Werfer Mehrkampfspektakels. 1990 wurden in Mühlheim/Main erstmals Europa Meisterschaften im LSW Werferzehnkampf organisiert. Am Start waren Athleten aus Litauen, Estland, Lettland, Finnland, Niederlanden und Deutschland. In den Jahren danach kamen noch Athleten aus Großbritanien, Ungarn, Schweiz, Frankreich und Dänemark dazu.

Seit 1988/89 werden auch Wettbewerbe im LSW Shotorama (Deutsche Meisterschaften seit 1991) und LSW Stoßer Fünfkampf durchgeführt.

1989 wurden erstmals Wettbewerbe im LSW Läufer Dreikampf und im LSW Halbstundenlauf und LSW Halbstundengehen durchgeführt.

1990 hatten die Breitensportler erstmals die Gelegenheit das Europa Sportabzeichen (ESA)(nach Kollmar) zu absolvieren, das sich aus folgenden Übungen zusammen setzt : Sprint (50 – 75 – 100m) oder Meilenlauf (1609,34 m), Standweitsprung, Kugel-stoßen, Kegeln (10 Wurf in die Vollen), Tennisballweitschlagen, 200m Schwimmen und Fußballtorwandschießen.

Seit 1991 wurden die ersten Wettbewerbe im Kollmar’schen Eisenschleuderwerfen durchgeführt (Deutsche Meisterschaften gibt es seit 1992). Die Eisenschleuder, die mit Schleuderballwurf –Technik geworfen wird, hat den Vorteil daß sie völlig windun-abhängig ist, was ja beim Schleuderballwurf nicht immer der Fall ist. Einen Namen muß man hierbei unbedingt nennen, nämlich Paul Jung vom badischen TB Bad Krozingen. Eisenschleuderkönig Paul, der leider viel zu früh von uns gegangen ist, hat dieses prachtvolle Sportgerät eingentlich erst richtig populär gemacht und viele Weltrekorde dank seiner perfekten Drehtechnik (4 Drehungen!) aufgestellt. Paul Jung war auch schon vorher bekannt als Turner (Schleuderball), Rasenkraftsportler (Steinstoßen und Gewichtwerfen) und als Tauzieher (!) beim SV Kollmarsreute/ Baden. Wir LSW Spezialsportler haben Paul Jung sehr viel zu verdanken !

 

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